Hohe Straße 6

Hohe Straße 6 in Aschersleben

HIER INVESTIERT EUROPA IN DIE LÄNDLICHEN GEBIETE.

Zur Umsetzung und Realisierung der Freiflächengestaltung, sowie zum Neubau der Terrasse und der Sanierung des historischen Kellerzugangs der Hohen Straße 6 erhalten wir finanzielle Unterstützung des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER). Für nähere Informationen klicken Sie auf folgendes Logo.

Geschichte

  • Das Wohn- und Geschäftshaus geht im Kern bis in das 17. Jahrhundert zurück
  • Der ausgedehnte zugehörige Wirtschaftshof erstreckt sich von der Hohen Straße bis zur nördlichen Stadtmauer
  • das Vorderhaus und die Hofstelle gehörten im Jahr 1825 nachweislich dem Aschersleber Stadtrat und Fabrikbesitzer Bartels und dessen Familie
  • Im Jahr 1880 wurde der Mediziner und Kreisgerichtsrat a.D.  Dr. R. Henke als Eigentümer des Hofes nachgewiesen
  • 1885 erwarb der einflussreiche Seifenfabrikant Dr. Chr. Kuntze das Anwesen
  • Er führte in den folgenden Jahren eine Reihe von Umbauten und Sanierungen an den Gebäuden durch
  • So beantragte er unter anderem, im November 1886 den Bau einer zweigeschossigen Niederlage (eine Art Lagergebäude) für seine Fabrik an der Stadtmauer, der Grundstücksgrenze
  • Am Haupthaus verbirgt sich straßenseitig ein verputztes Fachwerk
  • An der Hofseite findet man am Giebel eine reichgegliederte Fachwerkwand mit niedersächsischer Prägung
  • Das Gebäude samt Niederlage steht unter Denkmalschutz
  • Seit 1999 steht es leer

Das Projekt

  • Die Sanierung stand jahrelang im Raum
  • Die Auflagen des Denkmalschutzes, aber auch die schlechte Substanz, entstanden durch den langen Leerstand und die Verwitterung, erschwerten in den letzten Jahren alle Sanierungskonzepte
  • 2018 fanden wir einen Weg dieses großzügige Areal zu sanieren
  • Bereits in der Vergangenheit konnten wir am rückseitigen Giebel die Fachwerkwand dank fachgerechter Sanierung erhalten
  • 2018 begannen wir mit den Entkernungsarbeiten
  • Neben der aufwendig rekonstruierten Zierputzfassade wurden vor allem im Gebäudeinneren viele historisch wertvolle Details ausgearbeitet
  • So konnten wir in einigen Zimmern die Sandsteinwände inklusive ihrer dekorativen Bögen wiederherrichten
  • Ebenso gelang uns dies bei den meisten Flügeltüren
  • Besonders stolz sind wir auf die Portaltreppe, sie verleiht dem Gebäude eine gewisse Eleganz, die man als Besucher nicht erwartet hätte
  • Sie ist ein Zeichen dafür, dass in diesem Hause einst gutsituierte Aschersleber Familien, wie die des einstigen Stadtrates Bartels oder des Seifenfabrikanten Kunzes, lebten
  • Ein weiteres Indiz für einstige aristokratische Haushalte und eine heutige Rarität ist ein sehr enger Durchgang, der sich im ältesten Teil des Gebäudes hofseitig im Fachwerkgiebel befindet
  • Es ist ein Gang von nur 70 cm Breite, der zwischen zwei Räumen entlangführte
  • Höchstwahrscheinlich wurde er als Dienstbotengang genutzt
  • So konnten die Angestellten unbemerkt in den Räumen dienen
  • Dass dieser Gang nur von den Bediensteten genutzt wurde erkennt man auch daran, dass die Wände nicht aufwendig mit Sandstein geschmückt wurden
  • Zu finden sind hier Lehmwände in denen das gebündelte Stroh erkennbar ist
  • Den Gang und die Lehmwände belassen wir als ein Stück Geschichte im urtypischen Zustand
  • Auch im Rest des Hauses sieht man nun nach der Sanierung immer wieder Wände in originaler Bruchsteinoptik
  • Nachdem wir die Bruchsteinwände erhalten und ausarbeiten konnten verleihen Sie dem Haus etwas Ursprüngliches und Charakteristisches
  • Mit einem sehr straffen Zeitplan sanierten wir das Gebäude in der ersten Jahreshälfte 2019
  • Die Mieterin, die Akademie Überlingen konnte ihre Büroräume im zweigeschossigen Haupthaus im August eröffnen und nutzt diese als Bildungsstandort
  • Diese Sanierung war ein erster Schritt unsererseits, der ehemaligen Handelsstraße, der Hohen Straße, wieder Leben einzuhauchen