Wilhelmstraße 3 - Geschichte unserer Stadt

Geschichte des Hauses

  • 1831 wurden „zur Bequemlichkeit der Ackerbautreibenden“ das Liebenwahnsche Tor, einstiger Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlage, und die darüber führende Brücke abgerissen
  • Der Turm und das Torwärterhaus wurden neugestaltet
  • Laut Bauakten der Stadt Aschersleben besteht das Wohn- und Geschäftshaus Wilhelmstraße 3, so wie wir es heute kennen, seit 1866
  • Doch bereits im Jahr 1839 wurde an dieser Stelle ein bestehendes Gebäude verzeichnet
  • Zu dieser Zeit war die Straßenbezeichnung der Wilhelmstraße noch „Vor dem Liebenwahnschen Thore“  und das Eckgebäude zählte zum Liebenwahnschen Plan
  • Die Adresse der heutigen Wilhelmstraße 3 lautete zur der Zeit „Liebenwahnscher Plan 1059“
  • Im ersten Adressbuch von Aschersleben, welches im Jahr 1856 erstmalig verlegt und ausgegeben wurde, benannte man für das Ladengeschäft den Schuhmacher Carl Fuhr
  • Wir gehen davon aus, dass dieser in dem selben Gebäude wohnhaft war
  • 1858 hat der Fleischermeister Christian Steinbach das Geschäft übernommen
  • 1866 wurde das Haus neu geplant und für den Glasermeister August Bohne umgebaut, aus diesen Bauplänen resultiert das von uns verwendete Baujahr
    Diese Information lässt uns vermuten, dass das Gebäude in diesem Zuge erweitert oder aufgestockt wurde
  • Ab ca. 1870 erwähnte man neben dem Geschäft auch mehrere verschiedene Mieter, wohnhaft in den darüber liegenden Wohnungen
  • Mieter zu dieser Zeit waren zum Beispiel Stadtrath a.D. Wilhelm Walther, der Realschullehrer Dr. Karl Benediger, der Maler und Tapezierer Emil Wacker, sowie der Glasermeister Udo Wacker (alle Mieter meist mit Familie)
  • Im Adressbuch von 1874 nannte man das Gebiet Liebenwahnsche Vorstadt
  • Im Jahr 1875 fand eine groß angelegte Neuordnung und Umbenennung der Straßen und Plätze in ganz Aschersleben statt
  • In diesem Zuge wurde aus dem Liebwahnschen Thore die Wilhelmstraße und unser Gebäude die Hausnummer 3
  • In den folgenden Jahren fand ein reger Mieterwechsel im Haus statt
  • 1906 fand man „The Berlitz School“ in der Wilhelmstraße 3, eine 1878 gegründete Sprachschule; sie verzog 1908 in die Taubenstraße
  • 1910 waren die Geschäfte Schuhmacher Wilhelm Dietz (im Ladengeschäft im Erdgeschoss), Waren- und Kredithaus Hermann Hunold im 1. Obergeschoss ansässig
  • Beide wohnten mit ihren Familien im Haus, sowie der Lokomotivführer Richard Bringezu, der Rentner Ferdinand Kiesewetter und die Witwe Minna Martin
  • 1939 übernahm der Schneidermeister Wilhelm Rohde das Ladengeschäft „W. u. L. Rohde Damenschneiderei“ und verblieb dort auch viele Jahre

Unsere Recherchen werden natürlich weitergeführt.

Die Wilhelmstraße 3 heute

  • Das Grundstück der Wilhelmstraße 3 umfasst 192 m²
  • Die Wilhelmstraße 3 sticht mit seiner imposanten Größe aus dem Straßenzug hervor
  • mit seinem stadtbildprägenden Charakter stellt das Eckgebäude den Zugang zum Bestehornpark dar
  • Um einen gelungenen Abschluss für das bereits sanierte Umfeld, wie den Liebenwahnschen Plan, zu erzielen, hatte die Sanierung für uns einen hohen Stellenwert
  • Ende 2018 begannen wir mit der sehr umfangreichen Sanierung des Gebäudes
  • Der Verfall bedingt durch den jahrelangen Leerstand des Gebäudes förderte die immensen Schäden
  • Diese kamen erst bei den Sanierungsarbeiten ans Licht und deren Beseitigung kostete uns wertvolle Zeit
  • Dennoch versuchten wir weitestgehend die originale Bausubstanz zu erhalten
  • Die straßenbegleitende Fassade sanierten wir, in Anlehnung an alte Archivvorlagen, nach historischem Altstadtbild
  • Um dem Dachgeschoss mehr Raum zu geben, hoben wir dieses im Rahmen der Dachstuhlerneuerung an
  • Anstelle der ehemaligen Erker an der straßenseitigen Ecke des Hauses, bauten wir kleine Balkone an, die den neuen Mietern einen wunderbaren Ausblick in die Stadt gewähren
  • Nach der Sanierung wird sich wieder ein Gewerbe im Erdgeschoss etablieren
  • Dieses wird wie bisher bekannt direkt über die Gebäudeecke begehbar sein
  • Die Wohnungen in den oberen Etagen erreicht man über einen separaten Eingang von der Wilhelmstraße
  • Im 1. Obergeschoss werden zwei 2-Raum-Wohnungen mit ca. 42 und 72 m² entstehen
  • Im 2. Obergeschoss sanieren wir ebenfalls zwei 2-Raum-Wohnungen mit ca. 42 und 72 m²
  • Im Dachgeschoss erschließen wir eine 3-Raum-Wohnung mit ca. 108 m², sie verfügt über eine Dachterrasse mit fantastischem Blick über die Dächer von Aschersleben
  • Die kleinere Wohnung im 2. Obergeschoss richten wir als Gästewohnung her
  • 2020 hauchen die neuen Mieter den modernen Altbauwohnungen neues Leben ein und geben dem alten Gebäude damit wieder eine Seele