Vor dem Wassertor 18 in Aschersleben

Schauen Sie sich hier unser aktuelles Bauprojekt im Detail an.

Allgemeines

  • Bei diesem viergeschossigen Wohnhaus handelt es sich um einen ortstypischen Putzbau mit straßenbegleitendem Steildach
  • Das um 1900 erbaute Wohn- und Geschäftshaus steht unter Denkmalschutz
  • Die spätbarocke Erscheinung der straßenseitigen Fassade macht das Haus besonders interessant und historisch wertvoll
  • Die reich geschmückte Fassade zieren folkloristische Sgraffito
  • Mit seiner Größe und Imposanz dominiert es den historischen Straßenzug

Das Projekt

  • Anfang 2018 begannen wir mit der grundhaften Sanierung dieses imposanten Wohnhauses
  • es entstanden 8 moderne, individuelle und hochwertig sanierte 2- bis 5-Raum-Wohnungen verteilt auf den 5 Etagen des wunderschönen und geschichtsträchtigen Altbaus
  • Der Ausblick aus den oberen Etagen ist fantastisch und vermittelt ein Gefühl von Freiheit
  • Dank eines modernen Aufzuges können die Bewohner ihr neues Zuhause bequem und ohne große Anstrengungen erreichen
  • Im Dezember beziehen die ersten Mieter ihre neuen Wohnungen
  • Der Bereich hinter dem Wohnhaus wird im Rahmen der Wohnumfeldgestaltung zum Verweilen einladen

Die Umgebung

  • gelegen im südlichen Teil Ascherslebens ist die direkte Stadtkernnähe, dank des Promenadenrings, besonders ansprechend
  • Einkaufsmöglichkeiten findet man in direkter Umgebung, ebenso Schulen, KITA's und Spielplätze
  • der grüne Promenadenring ist mit nur wenigen Schritten zu erreichen und bietet die Möglichkeit der Ruhe und Entspannung

Die Geschichte der Straße

Unterhalb des Wolfsberges gelegen war der südöstliche Teil der Stadt im Mittelalter besonders gefährdet und deshalb auch besonders befestigt. Hier waren die Befestigungsanlagen, zu denen die im Jahr 1441 an der Eine erbaute Wassertoranlage (ca. 42 Meter hoch) gehörte, besonders stark.

Die Vorstadt „Vor dem Wassertor“ wird in Kirchenrechnungen der Stephanikirche in den Jahren 1492 bis 1496 erstmals erwähnt. Dort gelegene Häuser wurden als Pfandgegenstände für ausgeliehene Gelder aufgeführt. Die im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) größtenteils niedergerissenen Häuser der Vorstädte wurden im 18. Jahrhundert wiederaufgebaut, so auch die der „Wassertorvorstadt“.
Es entstanden dort die für die Stadt Aschersleben typischen Ackerbürgerhäuser. Die Straße „Vor dem Wassertor“ soll ein Teil einer alten Heerstraße gewesen sein, die die Stadt von Westen nach Osten durchquerte.

Geschichte Vor dem Wassertor 18

Im ersten Aschersleber Adressbuch von 1856 ist als Bewohner des Hauses „Wasserthor 1114“ (damals waren alle Häuser der Stadt durchnummeriert) der „Hutmann“ Wilhelm Brückner, ein Hirte, aufgeführt. Er bewohnte das Haus „Vor dem Wasserthore 1114“ bis zum Jahr 1874. Später wird Brückner als Gärtner bezeichnet, dessen Hausnachbarn einige Arbeiter waren.

Im Jahr 1875 erfolgte eine komplette Umbenennung der Straßen, sowie die Neunummerierung der Häuser der Stadt. Das Haus „Vor dem Wasserthor 1114“ erhielt die neue Nummer 18. Neuer Besitzer wurde der Stellmacher Rudolf Kiesewetter. Dieser arbeite und lebte hier bis 1885.

1886 übernahm der Zimmermann Friedrich Hecht das Gebäude. Neben ihm wohnten hier u.a. der Schlossermeister H. Schulmeister und der Tuchmacher R. Kayser. Ab 1890 wirkte hier der Feilenbauermeister Louis Wuttke.1903 wurde das Haus von den Brüdern August und Karl Ludewig erworben, die es für die Erweiterung ihrer Wolldeckenfabrik nutzten – „Vor dem Wassertor 18/19“

Die Geschichte der Tuchmacher Vor dem Wassertor 19

Der Tuchmacher August Ludewig hatte die Tochter des alteingesessenen Tuchmachermeisters Christian Gottlieb Fleischer geheiratet, der 1815 auf dem Grundstück Vor dem Wassertor 10 / Ecke Wasserplan eine Wollwarenfabrik gegründet hatte.

Kurzzeitig hatte August Ludewig den Betrieb „C.G. Fleischer“ in die Krügerbrücke 9 verlegt. 1855 erwarb er das Grundstück Vor dem Wassertor 19 (damals noch 1113), den ehemaligen „Gasthof zum Hirsch“. Die Gebäude, das Haupthaus Nummer 19 und die dahinter liegenden Bauten, wurden für die Fabrikation eingerichtet und zum Sitz der Firma.

1873 übergab August Ludewig das Geschäft an seine beiden Söhne weiter, Karl und August Ludewig. Im Jahr 1903 erwarben sie das Nachbargebäude, Vor dem Wassertor 18.

1906 schied August aus dem Unternehmen aus, während Karl Ludewig die Firma C.G. Fleischer allein weiterführte. Er übergab die Firma 1910 an seinen Sohn Karl Ludewig jun., der die „Deckenfabrik C.G. Fleischer bis in die 1940er weiterführte.Die Firma „C.G. Fleischer“ nahm

1958 eine staatliche Beteiligung auf und wurde 1972 dann komplett verstaatlicht, „VEB Volltuchwerk Aschersleben“. Im Jahr 1975 wurde der Betrieb an den VEB Wolldeckenfabrik angeschlossen, als Produktionsstätte 2.

Ab 1991 begann man den VEB im Wassertor zu beräumen und eine Fensterfertigung der Firma Schnierer-Helbich-Fengler OHG übernahm die Produktionsstätte.

                                                           Bild und Text: F. Reisberg Stand 26.11.2018